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Station 66: Das Pestkind (Nicole Steyer)

Hallo an alle,

Der Bus rollt wieder und hat einige interessante Stücke im Gepäck! Zuerst ein historischer Roman, der im Bayern des 17. Jahrhunderts spielt:

Das Pestkind erzählt von der Waise Marianne, die als einzige ihrer Familie eine Pestepidemie überlebt hat und seither von allen ausgegrenzt wird. Für ihre Ziehmutter ist sie nur eine billige Arbeitskraft. Als die Schweden mit ihrem Tross nach Rosenheim kommen, verliebt sich der Bruder des Heerführers in Marianne und nimmt sie als Pfand für die Verschonung der Stadt mit. Gleichzeitig geschieht ein Mord, bei dem ihr Ziehbruder Anderl verdächtigt und eingesperrt wird. Marianne muss mit den Schweden mitziehen, aber schwört ihm, dass sie rechtzeitig zurückkommen und seine Unschuld zu beweisen. Im Tross der Schweden kann sie sich zum ersten Mal in ihrem Leben ohne das Makel des Pestkindes frei entfalten und findet allmählich Gefallen an ihrer Rolle als Braut des Heerführers, allerdings nagt die Sorge um ihren Bruder so stark an ihr, dass sie eines Tages beschließt, noch einmal nach Rosenheim zurückzukehren, wo indessen die Intrige um das Verbrechen immer größere Kreise gezogen hat. Sie schafft es gerade noch rechtzeitig, begibt sich aber dadurch auch wieder in Gefahr, so dass sie nur noch ihr Bräutigam retten kann.

Rezension: 

Für mich ein solider historischer Roman, allerdings mit einigen kleinen Schwächen. Positiv zu vermerken ist für mich die authentische Schilderung der Lebenswelt im 17. Jahrhundert in einer Kleinstadt mit Vorurteilen und das Leben im Tross  hinter den Schlachten im 30 jährigen Krieg. Die Schwächen treten für mich dort auf, wo er an manchen Stellen droht, in Kitschige oder Überdramatische abzudriften. So fallen z.B.im Tross sämtliche Freundinnen, die die Heldin im Lauf der Zeit gewonnen hat, dramatischen Krankheiten zum Opfer, oder eben auch die sofortige Verliebtheit des schwedischen Heerführers, als er Marianne zum ersten Mal in einer Kirche sieht und sie dann als Pfand haben möchte– das hätte eventuell anders gelöst werden können. Außerdem gibt es immer wieder Nebenhandlungen, die so in den Vordergrund gerückt werden, dass man die Haupthandlung aus den Augen zu verlieren droht. Daher für mich als Liebhaberin historischer Romane durchaus lesenswert, aber mit Abstrichen zu empfehlen, und daher meine Wertung

3 von 5 Bus - Sternen

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Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: Knaur

Zur Person:

Nicole Steyer wurde 1978 in Bad Aibling geboren und wuchs in Rosenheim auf. Doch dann ging sie der Liebe wegen nach Idstein im Taunus. Nach der Geburt ihrer beiden Kinder begann sie zu schreiben, beschäftigte sich mit der Idsteiner Stadtgeschichte und begann zu recherchieren. Das Ergebnis dieser Recherchen ist ihr erster historischer Roman, der sich mit den Hexenverfolgungen in Idstein und Umgebung befasst.     

Klappentext:

Rosenheim zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges:
Die junge Marianne lebt und arbeitet in der Brauerei, die von der Witwe Hedwig Thaler geführt wird. Die alte Frau, die nur einem einzigen Sohn das Leben schenken konnte, hat Marianne bei sich aufgenommen und aufgezogen. Doch das Mädchen hat von ihr nur böse Worte und Ungerechtigkeiten empfangen. Einzig der Abt des Klosters begegnet Marianne freundlich und nimmt sie vor den Anfeindungen der Leute in Schutz. Denn als Überlebende der Pest gilt sie fast als so etwas wie eine Hexe. Doch dann liegt eines Tages Hedwig Thaler erschlagen auf dem Hof – und nur Marianne ahnt, wer der Mörder ist … 
             

29.1.17 13:05

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