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Station 63: Die Nebel von Connemara (Emma Temple)

Guten Morgen allerseits,

Heute geht es weiter mit einem Filetstück zum guten Morgen ;-) Klein, grün und unscheinbar schmiegte es sich neben "Tag Vier" (Station 61) ins Regal, und weckte irgendwie meine Neugier, weshalb es dann auch mit mir mitkam, und es bescherte mir ein irisches Leseabenteuer der anderen Art...

Die Nebel von Connemara: Roman

Rezension: 

Das Buch beginnt mit einer Auswandererszene im New York des Jahres 1911 und steigt erst im 2. Kapitel zu der eigentlichen Geschichte um. Den Zusammenhang erahnt man erst später, wenn der Kreis sich schließt aber das beschert dann am Ende noch ein besonderes Aha-Erlebnis :-) 

In der Hauptstory reist, oder besser flieht, eine junge Frau -Clara - nach Irland. Wovor und warum, das erfährt man erst später. Sie lernt auf der Überfahrt den irischen Saisonarbeiter Sean kennen und bietet sich an, ihn mit ihrem Auto quer durch die Insel nach Hause zu fahren, um dann fürs erste im Hotel seiner Mutter im Westen der Insel unterzukommen. Dort bleibt sie länger als ursprünglich geplant, da sie von dem Ort, besonders von der kleinen Insel Feenish, die sie von ihrem Zimmer aus sehen kann, besonders angezogen wird. Immer wieder sieht sie Lichter auf der unbewohnten Insel und sieht Menschen, die es eigentlich nicht mehr gibt, und beginnt ihre eigenen Nachforschungen. Sie dringt immer tiefer in die Vergangenheit vor und kommt dabei einem Verbrechen auf die Spur, das vor über 100 Jahren geschah. Dabei kommt sie unbeabsichtigt ihrem irischen Bekannten Sean immer näher, obwohl sie das nicht wollte, und gleichzeitig will sie ihr Ex-Verlobter wieder zurückholen. Was als leises Roadmovie begann, mit einer lebendigen Schilderung der irischen Landschaft in allen möglichen Grüntonen, die mir richtig Lust gemacht hat, nach Irland zu reisen, entwickelt sich durch die Geister und Halluzinationen von Clara in Richtung Fantasy, und findet dann ein unerwartet dramatischen Höhepunkt in einem Gewittersturm auf der Insel Feenish, bei dem sich dann auch das zuvor unklare Schicksal von Clara entscheidet, und sich das historische Band um die Erzählung schließt. 

Ich habe dieses Buch mit zunehmender Faszination und Begeisterung gelesen, da es so vielschichtig ist. Zuerst schwelgte ich in der grün-farbtoneichen Schilderung von Irland, bevor mich die Story in ihren Bann gezogen hat, und Schicht für Schicht wurde dann immer mehr enthüllt, und als Leser kann man die Insel spüren, selbst wenn man noch nie dort war...ein Buch, das beweist, dass auch leise Töne packend und faszinierend sein können! Der Höhepunkt mit seinem Showdown auf war für mich dann fast ein Stilbruch, nach meinem Empfinden hätte hier ein weniger dramatischeres Geschehen besser zum gesamten Buch gepasst. Insgesamt ein geniales Konzept, nur wenige Bücher schaffen es, Ort und Handlung so in Einklang zu bringen. Ein sehr lesenswertes Werk, das ich gerne mit

4 von 5 Bus-Sternen

 

 

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Erscheinungsjahr: 2014

Verlag: Piper

Zur Person:

Emma Temple ist das Pseudonym der deutschen Autorin Katrin Tempel. Sie wurde 1967 in Düsseldorf geboren und wuchs in München auf. Während ihres Studiums der Geschichte und der Politik entdeckte sie ihre Liebe zu Neuseeland und verbrachte ein Jahr auf einer Farm in der Nähe von Christchurch – ein Ort, zu dem sie immer wieder zurückkehrt. Nach dem Studium war sie zunächst Journalistin, seit ein paar Jahren arbeitet sie an ihren Romanen und Drehbüchern. Sie lebt heute mit ihrer Familie an der Weinstraße.


Klappentext:

Eine geheimnisvolle Liebe an der malerischen Westküste Irlands

Endlich verbringen Peter und Clara ihre Flitterwochen an der malerische Westküste Irlands. Doch als Peter aus beruflichen Gründen abreisen muss, bleibt Clara alleine im Hotel zurück. Dort sieht sie eines Abends eine geheimnisvolle Frau im Zwielicht. Mithilfe des attraktiven Einheimischen Sean geht Clara der rätselhaften Erscheinung nach - und erkennt, dass sie aus den Fehlern der Vergangenheit lernen muss, damit sich die tragischen Ereignisse in der Gegenwart nicht wiederholen. 

 

10.10.16 07:35

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